waggerlhaus - wagrain Waggerlhaus Kulturdenkmäler

 

Wagrain-Waggerl Haus, Details

Kurze Geschichte des Hauses.

Im Jahr 1920 erhielt Karl Heinrich Waggerl eine Anstellung als Lehrer in Wagrain.

Er bewohnte von Anbeginn mit seiner Frau Edith (Dita) als Untermieter zunächst nur zwei Dachkammern im „Aignerhaus“, auch „Kainhaus“ genannt, dem heutigen „Waggerl Haus“ auf dem Kirchboden. In diesem Haus hat Karl Heinrich Waggerl über 50 Jahre seines Lebens verbracht. Hier entstanden seine im ganzen deutschsprachigen Raum bekannten literarischen Werke.

Urkundlich wurde das Haus 1726 erstmals erwähnt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts lassen sich zahlreiche Kauf – und Tauschverträge nachweisen. Das Ehepaar Waggerl erwarb es erst 1955, bis dahin war es Untermieter.

Nach K.H. Waggerls Tod im Jahr 1973 ging das Haus in den Besitz seiner Frau über. Bereits zwei Jahre später überschrieb Edith Waggerl in Form eines Schenkungsvertrages das Haus samt Inventar an die Marktgemeinde Wagrain. Mit dem Tod von Edith Waggerl 1990 erhielt die Marktgemeinde das Verfügungsrecht über diese großzügige Schenkung.

In der Folge begann die Marktgemeinde Wagrain mit dem Aufbau eines Waggerl-Archivs und beauftragte den Kulturverein „ Blaues Fenster“ mit der Konzeption und der Realisation des Museums. Im Jahr 1994 konnte das Karl Heinrich Waggerl Haus schließlich für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Grundidee für den Aufbau des Museums war, einerseits das Wohnhaus K.H. Waggerls soweit wie möglich im Originalzustand zu belassen, andererseits auch die Möglichkeit der Information und Auseinandersetzung mit dem Werk und Gedankengut Waggerls zu fördern. Darüber hinaus sollte es auch ein Heimatmuseum in dem Sinn werden, dass die Bedeutung des Begriffs „Heimat“, der zu einem der zentralen Konzepte in Waggerls Werk gehört, auch für den Besucher lebendig und nachvollziehbar wird.

Die für den Alltag wichtigsten Räume (Schreibzimmer, Stube, Schlafzimmer, Gästezimmer) sind so belassen, wie das Ehepaar Waggerl sie bewohnt und genützt hat. Sie sind ausgestattet mit unzähligen Kostbarkeiten, die das Ehepaar in den Jahren zusammengetragen hat. Nicht zuletzt war auch Dita Waggerl an der Einrichtung und Gestaltung der Räume nicht unmaßgeblich beteiligt. Außerdem sind im ganzen Haus, insbesondere in der ehemaligen Werkstatt des Dichters, Beispiele der kunsthandwerklichen Tätigkeiten Waggerls - des Buchbinders, Malers, Zeichners, Fotografen und Sammlers - zu sehen.

In einigen Nebenräumen, vor allem am Dachboden und im Erdgeschoß wurden Informationstafeln, Vitrinen und drei Hörstationen eingerichtet.

 

 

 

 



Hier haben die BesucherInnen die Gelegenheit der Stimme Waggerls zu lauschen und seine unnachahmliche Vortragsweise (wieder)zu genießen.

Im Eingangsbereich seitlich im ersten Stock befindet sich neben der Rezeption ein Videoraum. Gezeigt wird hier ein Videofilm, der sich mit der Person und dem Werk kritisch und informativ beschäftigt.
Auch das Äußere des Hauses wurde in der Farbgestaltung so belassen wie zu Lebzeiten des Ehepaares. Insbesondere wurden die blauen Fenster erhalten, ein Kuriosum in Wagrain, für das das Wohnhaus Waggerls berühmt ist.

Das Museum soll ein Ort des Kennen Lernens, des Wiedersehens und der Auseinandersetzung mit dem Dichter sein. Darüber hinaus enthält es auch Aspekte eines „Heimatmuseums“, da ja der Begriff „Heimat“ für Waggerls Werk zentral war. Ebenso wird Joseph Mohr, Dichter des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, Heilige Nacht“ und ein weiterer berühmter Wagrainer eine kleine Ausstellung gewidmet.

Waggerls besondere Liebe galt dem Garten, in dem er neben Raritäten auch heimische Pflanzen zog. Dieser Garten wurde nach alten Fotos von Fachleuten wieder in die von Waggerl angelegte Form gebracht und zeigt sich vom frühesten Frühjahr bis weit in den Herbst in einer reichen Blütenfülle. Das Grundstück gegenüber dem Haus war ebenfalls im Besitz Waggerls, dort befand sich ein alter Getreidekasten, der dem Bau der Straße weichen musste. Dieser so genannte „Waggerlkasten“ wurde jedoch versetzt und befindet sich jetzt neben der Scheune des Pfarrhofes am „Joseph Mohr-Weg“. . Er sollte jungen Schriftstellern und Studenten, die in Wagrain arbeiten als Unterkunft dienen.

Waggerl besaß noch ein weiteres Grundstück, die „Waggerlwiese“, gekauft von Edith Waggerl bereits in den 30-iger Jahren, möglicherweise zur Errichtung eines Wohnhauses. Dieses Grundstück ist heute ebenso wie das Waggerl Haus nach einer Schenkung durch Edith Waggerl (mit der Auflage, dass es nicht verbaut werden dürfe) im Besitz der Gemeinde Wagrain. Ihrem und K.H. Waggerls Wunsch entsprechend wurde dort eine Parkanlage errichtet - ein Platz zum Ausruhen und Besinnen.

Hier beginnt auch die Schönberger-Promenade, ein beliebter Spazierweg Waggerls mit seinem schwarzen Pudel Campi.

Wieder ein Stück zurück führt der Weg zur Kirche, vorbei an der Joseph Mohr- Schule, in der Waggerl kurze Zeit wirkte, und durch den Friedhof, wo Waggerl seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

 

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